Find me where the water ends

Salzige Luft in der Nase. Erwärmende Sonne auf der Haut. Klitzekleiner Sand zwischen den Zehen.
Schon vom ersten Moment an, als ich gelandet bin habe ich gemerkt, wie gut mir so eine Auszeit tut. Mein letzter Urlaub in Ägypten ist fünf Jahre her. Der letzte Strandurlaub liegt ungefähr zwei Jahre zurück. Insgesamt war ich nun schon drei Mal in Ägypten und bin immer wieder froh, die bunte Unterwasserwelt sehen zu können. Doch zum Anfang des Urlaubs habe ich nicht im entferntesten daran gedacht, was diese Auszeit für mich bedeutet.

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Im Allgemeinen ist Wasser für mich etwas ganz besonderes. Ich liebe es nicht nur zu schwimmen, sondern ich liebe auch den Salzgeruch und das Rauschen des Meeres! Wenn ich im Wasser liege, dann überkommt mich immer wieder ein Gefühl von vollkommener Freiheit und tiefer Entspannung. Einfach in das Meer legen, die Arme ausbreiten und nichts machen.

Vor ein paar Jahren hatte ich Angst vor „dunklen Gewässern“. Also Gewässer, in dem ich nicht sehen kann, was unter mir ist. Ich bin kein Fan von Fischen und esse eigentlich auch keinen Fisch, weil ich sie unter Wasser nicht sehen konnte. Das erste Mal schnorcheln war auf Mallorca. Und das kann man eigentlich nicht als schnorcheln bezeichnen. Da waren ein paar grau-braune Fische. Nichts weiter. Als ich das erste Mal in Ägypten war, hat mir mein Freund und seine Familie ganz freudig berichtet, wie toll die Unterwasserwelt sei und dass man es unbedingt gesehen haben muss! Und sie haben recht behalten.

Der erste Schritt ins Meer war ängstlich. Igitt, die ganzen kleinen Fische schwimmen mir um die Beine. Am Liebsten wäre ich schreiend heraus gerannt und wäre nie wieder ins Wasser gegangen.
Aber zum Glück habe ich das nicht getan. Ich bin weiter gegangen, immer den anderen hinterher, bis zum Riff. Die Schnorchelausrüstung aufgesetzt und rein ins Wasser!

Beim ersten Mal schnorcheln konnte ich es nicht wirklich genießen. Wir waren relativ weit weg vom Strand und irgendwie war das Gefühl einfach nur beklemmend. Man hat ein paar kleine Fische gesehen und bunte Korallen. So ganz genau kann ich mich nicht mehr erinnern, aber die späteren Schnorchelausflüge mit dem Boot, haben mir mehr gezeigt. Ich war zwar nicht mehr so ängstlich, aber ein komisches Gefühl hatte ich dennoch.

Und trotzdem bin ich unglaublich froh, dass ich über meinen Schatten gesprungen bin und es trotzdem getan habe. Auch wenn ich damals Angst vor Fischen (… was auch total unbegründet ist) und irgendwie vor dem Meer hatte. Während des Urlaubs habe ich ebenfalls über meine eigenen Ängste nachgedacht und ein Buch brachte mich mit den folgenden Worten zu einer unglaublichen Erkenntnis:

Der Feigling lebt in ständiger Angst vor all den Dingen, die schiefgehen könnten. In seiner Vorstellung, aufgrund seiner Gedanken, stirbt er tausend Tode. Aber der mutige Mensch erkennt, wie sinnlos es ist, den Verstand so außer Kontrolle geraten zu lassen. Er führt das Leben, das er leben möchte.

– J. Strelecky. Wiedersehen im Café am Rande der Welt. Seite 178

Und diese Worte sind so zutreffend und wahr, dass mein Kopf nur darauf wartet, das eigene Mind Set danach auszurichten. Ich denke, dass eine gesunde Angst notwendig ist, um zu überleben. Aber man darf sich nicht darin verlieren.
Vor ein paar Jahren war auch ich ein sehr ängstlicher Mensch, aber je älter ich wurde und je älter ich werde verstehe ich, dass dadurch mein Verstand und meine gesunde Intuition total aus dem Gleichgewicht geworfen werden. Ich höre nicht mehr auf meine Intuition, sondern auf das, was dadurch schiefgehen könnte. Und das ist einfach nur falsch. Das Buch und diese Worte haben mir so viel gegeben. So eine Umstellung braucht seine Zeit, meistens sogar mehrere Jahre. Aber es ist so wichtig, dass man es angeht und Veränderung zulässt. Sich nicht von irgendwelchen Gedanken in die Knie zwingen lässt! Denn die Gedanken sind es, die Angst produzieren. Angst passiert in unseren Köpfen und wir können ihr gegenüberstehen und sie beseitigen.
Ich möchte meinen Verstand nicht mehr so außer Kontrolle geraten lassen.
Ich möchte sein und tun und lassen und leben.
Und ich bin bereit dafür über meinen Schatten zu springen. Ein Mal, zwei Mal, drei Mal. So oft es nötig ist, bis ich nicht mehr über irgendetwas springen muss.
Dann gehe ich einfach und bin und tue und lasse und lebe.

Die Unterwasserwelt ist meine größte Inspiration! Und hätte ich es nicht getan, wäre ich zurückgerannt und hätte diese inkonstante Variable gewinnen lassen, hätte ich es nie erfahren. Ich hätte nie verstanden, was die Unterwasserwelt für mich bedeutet – das sie für mich ein Ort des Friedens, der Ruhe und ein Ort für ganz viel Inspiration ist.
Es gibt nichts faszinierenderes und einzigartigeres, als das. Jedes Mal, wenn ich untertauche und die vielen bunten Farben und Fische sehe, überkommen mich so viele Gefühle und Gedanken. Und ja, trotzdem habe ich meinen gesunden Respekt vor Fischen – Muränen und Barrakudas sind ein Anblick, bei denen das Herz kurz stehen bleiben kann. Aber ich bin nicht alleine. Es gibt immer irgendjemanden, der da ist. Und das muss jeder verstehen!
Nun kann ich mit ruhigem Gewissen sagen: „Find me where the water ends.“ … oder auch noch viel weiter, als nur das.IMG_4846IMG_4925IMG_4935IMG_4834IMG_4829IMG_4883IMG_4900IMG_4814


Shop my Style

Kleid – Boohoo über Asos (hier – derzeit ausverkauft, vielleicht kommt es nochmal rein. Alternativen: hier und hier)
Schuhe – Stradivarius (ähnliche hier)
Tuch – H&M (hier)
Brille – H&M Man (hier)


Ich kann euch aus tiefstem Herzen die beiden Bücher von Strelecky empfehlen. Besonders der zweite Teil hat mir unglaublich viel gebracht. Besonders für Menschen, die für sich selbst eine Richtung finden wollen, oder die sich einfach inspirieren lassen möchten, wie man den eigenen Sinn des Lebens finden kann. Das klingt so theatralisch, ich selbst würde mich in keine der beiden Situationen einordnen, aber die Bücher geben wirklich tolle Anreize für Menschen in allen Lebenslagen – glücklich, deprimiert, am Ende, auf Wolke sieben,…
In einem ruhigen Moment kann man es sich gerne einmal durchlesen.
Und somit wünsche ich euch allen einen wunderbaren Start ins Wochenende! 🙂

Bis ganz bald!

Ganz viel Sonne sendet euch Sandrita ❤